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	<title>Namibia-Blog &#187; church</title>
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	<description>Neuigkeiten aus Namibia</description>
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		<title>The Namibian (7) &#8212; Erinnerungen aus Namibia</title>
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		<pubDate>Wed, 06 May 2009 15:14:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>carolin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Halloli aus Namibia! Der Mai ist gekommen, die Koecherbaeume stehen in Bluete und man merkt den namibischen Winter auf dem Hochplateau, auf dem auch Keetmanshoop in 1002 M. ue. M. liegt, jetzt doch recht deutlich: die Naechte und auch die Morgen sind empfindlich kalt und man tut gut daran, sich dick einzumummeln, solange die Sonne [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Halloli aus Namibia!</p>
<p>Der Mai ist gekommen, die Koecherbaeume stehen in Bluete und man merkt den namibischen Winter auf dem Hochplateau, auf dem auch Keetmanshoop in 1002 M. ue. M. liegt, jetzt doch recht deutlich: die Naechte und auch die Morgen sind empfindlich kalt und man tut gut daran, sich dick einzumummeln, solange die Sonne noch nicht ihre volle Kraft entfaltet hat. Trotzdem schlafen hier alle mit geoeffneten Fenstern und laufen in offenen Sandalen und Badelatschen herum, weil man das halt immer so macht. Darueber tragen sie jetzt jedoch wattierte Winterjacken.</p>
<p><span id="more-63"></span></p>
<p>Auch bei mir haben sich gewisse Dinge nun veraendert: nachdem ich schon zweimal fast auf der Kuehlerhaube eines Autos gelandet waere, weil ich Macht der Gewohnheit nur nach links schauend die Strasse ueberquerte, gebe ich nun besonders auf den hier herrschenden Linksverkehr acht und pruefe nach, ob sich mir nicht von rechts ein Auto naehert, bevor ich einen Fuss auf die Fahrbahn setze.</p>
<p>Auf meinen kurzen Spaziergaengen zum SPAR-Markt beobachte ich gerne das bunte Treiben auf der Hauptstrasse. Besonders eine Sache faellt mir immer wieder auf: der Unterschied zwischen den Nama-Frauen und Maennern. Waehrend die Maenner, zart mit Wespentaille und wenig muskuloes, wirken, als koennten sie keiner Fliege etwas zu Leide tun, schieben die Frauen ihre ueberaus runden Formen durch die Landschaft. Das Nama-Schoenheitsideal eines runden, weiblichen Pos, das bei ihnen besonders ausgepraegt ist, diente in Zeiten, in denen sie gemaess ihrer Tradition mit ihren Kleinviehherden umherzogen, als Fettspeicher fuer schlechte Zeiten. Heute kennt man schlechte Zeiten jedoch nicht mehr und der uebermaessige Fett- und Zuckerkonsum der Leute fuehrt zu Rubensfiguren, die auch gesundheitliche Risiken bergen.</p>
<p>Am Donnerstag, dem 7. April 2005, brachten Pater Rebmann und ich ein Bild und eine Marienstatue in die gerade erst fertig gebaute katholische Kirche der 300 km entfernten Nachbargemeinde Maltahoehe. Dort hatte ich einmal mehr die Ueberbleibsel der deutschen Kolonialzeit direkt vor Augen. Laut meinem Reisefuehrer herrsche dort auch heute noch “Rassismus pur”. Dies konnte ich nicht vollstaendig bestaetigen, was daran lag, dass ich die einzigen Weissen im einzigen Hotel des Ortes antraf, wo sie natuerlich schwarze Bedienstete beschaeftigten. Nein, herzlich war das Verhaeltnis zwischen den beiden Parteien nicht.</p>
<p>Einige Eindruecke aus meinem Tagebuch:</p>
<blockquote><p>Donnerstag, 7. April 2005</p>
<p>” Heute war ein schoener Tag. Aber anstrengend. Ich bin mit Pater Rebmann nach Maltahoehe gefahren. Die Landschaft dahin war schoen. Abwechslungsreich. Mal rote Erde mit nur wenigen Grasbuescheln oder etwas Dornengestruepp, dann einige Kilometer weiter mehr Busch und fruchtbareres Land, aber trotzdem suedlich karg.</p>
<p>In Maltahoehe haben wir im Hotel Maltahoehe zu Mittag gegessen. Sind mit Guten Tag begruesst worden. Aha, eine Deutsch-Namibierin also. Das Gebaeude im Kolonialstil, mit Jagdtrophaeen von Kudu, Springbock und Elandantilope an der Wand, Bildern von frueheren Zeiten und die Frau mit dem typisch norddeutschen, harten Dialekt. Wie ein Wirtshaus. Wer verirrt sich dorthin? Pater Rebmann meint, Maltahoehe sei ein Durchgangsort. Ja, ok, in Richtung Sossusvlei vielleicht. “</p></blockquote>
<p>Das Sossusvlei ist eine von grossen Duenen umgebene, fruchtbare Pfanne mitten in der Namib. In den seltenen regenreichen Jahren fuellt sie sich mit (wenig) Wasser und es entsteht eine Oase mitten in der Wueste, zu der es auch einige Tiere hinzieht. Diese ganzjaehrige Touristenattraktion sowie die in der Naehe gelegene Burg Duwisib die von dem Deutschen Hansheinrich von Wolf und seiner US-amerikanischen Frau Jayta im Jahre 1909 erbaut worden war sorgen dafuer, dass Maltahoehe auch ab und zu Besuch von aussen bekommt. Es liegt weit abseits der Hauptroute Namibias.</p>
<p>Den ganzen Mai ueber sind Schulferien. Auch der Kindergarten hat geschlossen. Und wenn ich nicht gerade mit Pater Rebmann zu anderen Gemeinden, Krankenbesuchen und Seniorenheimen unterwegs bin, lese ich, waehrend im Hintergrund meist das deutsche Hoerfunkprogramm der NBC (Namibian Broadcasting Corporation) laeuft. Und das ist ein echtes Phaenomen. Sendezeit ist von 6.00 bis 21.00 Uhr, danach ist fuer das deutsche Programm Sendeschluss und das nationale der NBC beginnt.</p>
<p>Ich werde morgens also von Roland Kaiser, Michelle und anderen Schlagergroessen geweckt. Manchmal spielen sie dann auch etwas NDW-Musik von Nena oder Peter Schilling. Das Vormittagsprogramm bekomme ich meistens nicht mit, da ich entweder unterwegs bin oder lernen muss, weiss aber, dass sich in dieser Zeit klassische Orchestermusik mit Vierziger Jahre-Chansons und Opern abwechselt. Durchaus interessant, wenn man es nicht die ganze Woche ueber, sondern nur ab und zu einmal hoert. Ich habe immer noch die Moeglichkeit zu einem englischen Sender zu wechseln, der mich mit internationaler (Rock-)Musik versorgt.</p>
<p>Der taegliche Hoehepunkt, meine heilige halbe Stunde, die ich mir von niemandem nehmen lasse, ist mit dem Kinderprogramm um 14 Uhr erreicht. &#8220;Hallo Kinder, hier ist wieder die Ulli&#8221; toent es dann aus dem Radio, und Ulli liest Michels neue Streiche aus dem Michel aus Loenneberga von Astrid Lindgren vor. Oder wir Kinder hoeren das Sams als Hoerspiel oder sonstige nette Erzaehlungen und auch Grimms Maerchen. Unterbrochen werden sie von Kinderliedern aus der Sendung mit der Maus, Rolf Zuckowski oder aus Disneyfilmen (Probiers mal mit Gemuetlichkeit). Zugegeben, es gibt faehigere Moderatorinnen als die Ulli, aber sie scheint eine nette Frau zu sein und fuer die Kinder ist sie in Ordnung.</p>
<p>Die naechste halbe Stunde richtet sich an etwas aeltere Kinder und Jugendliche. Jeden Tag steht sie unter einem neuen Motto und man erfaehrt Wissenswertes ueber Tiere, Persoenlichkeiten oder die Geschichte. Weil es eine deutsche Sendung ist, wird hier auch echt deutsches Liedgut gespielt: der Steuersong unseres Kanzlers etwa, Hier kommt die Maus von Stefan Raab, die DSDSS-Allstars mit We Have a Dream und ueberraschend oft der Xavier aus Mannheim.</p>
<p>Die internationale Musik kommt aber, Gott seis gedankt, auch nicht zu kurz. Und so geniesse ich mit Beyonce und Jennifer Lopez die Sonne, denn um diese Zeit setze ich mich immer nach draussen, stelle den Radio auf entsprechende Lautstaerke (Miss Cathline wuerde das trotzdem nicht einmal dann hoeren, wenn sie direkt daneben stuende, was sie aber nicht tut, denn um diese Zeit ist sie im Buero) und lehne mich an die Sonnenwand, um wenigstens noch ein paar Strahlen von Waerme abzubekommen.</p>
<p>Ja, das ist so in etwa ein Tag mit meinem Radiosender. Zugegeben, ueber die Moderation, die Zusammenstellung der Musik und die Beitraege laesst sich streiten. Vieles wirkt ein wenig stuemperhaft, fast wie Amateurradio. Wahrscheinlich waere ich zu Hause in Deutschland keine Hoererin des Deutschen Hoerfunkprogramms der NBC. Hier in Namibia, wo vieles neu und ungewohnt ist und ich oft alleine bin, bringt es mir jedoch ein Stueck Vertrautheit, und das hat mir besonders in den ersten Wochen ungemein geholfen. Ausserdem werden jeden Samstag die Spiele der Bundesliga live uebertragen und Sabine Toepperwin (eine deutsche Fussballmoderatorin, wer kennt sie nicht) erzaehlt mir mal wieder etwas vom Freiburger Abstiegsritual.</p>
<p>Vor meinem Zimmer, zwischen der Sonnenwand und den Gemuesebeeten, wo ich mich jeden Nachmittag hinluemmle und Waerme tanke, leben viele schwarze, neugierige Kaefer. Das Erlebnis mit einem von ihnen habe ich in meinem Tagebuch festgehalten:</p>
<blockquote><p>Mittwoch, 13. April 2005</p>
<p>&#8220;Hi, wie suess! Vorhin als ich in der Sonne gesessen bin und meine Fuesse ausgestreckt hab, ist einer von den schwarzen, grossen Kaefern zu meinem grossen Zeh hingekrabbelt und hat versucht, darauf zu klettern. Dann hat er versucht, mich zu essen. Mit seinen beiden Zangen. Das war vorne am grossen Zeh noch ganz angenehm, nur als er dann weiter nach oben gekrabbelt ist und mich dort gezwickt hat, hat es wehgetan. Da hab ich ihn dann runtergeschmissen.&#8221;</p></blockquote>
<p>So, fuer heute soll es das gewesen sein. Es ist kurz vor 17 Uhr, im Radio laeuft Wolfgang Petry, ich wechsle jetzt den Sender.</p>
<p>Ciao und viele Gruesse.</p>
<p>Carolin</p>
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