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	<title>Namibia-Blog &#187; kindergarden</title>
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	<description>Neuigkeiten aus Namibia</description>
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		<title>The Namibian (6) &#8212; Erinnerungen aus Namibia</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Apr 2009 18:18:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>carolin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sonnige Gruesse aus Namibia! Es gibt da eine Sache, die mir schon laenger im Kopf herumgeistert und immer dann wieder auf den Plan tritt, wenn ich hoere, dass es zu 80% afrikanische Frauen sind, die zum wirtschaftlichen und sozialen Wohlergehen des Kontinents, aber auch ihrer Familien beitragen: Was machen eigentlich die Frauen von Keetmanshoop? Gehen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sonnige Gruesse aus Namibia!</p>
<p>Es gibt da eine Sache, die mir schon laenger im Kopf herumgeistert und immer dann wieder auf den Plan tritt, wenn ich hoere, dass es zu 80% afrikanische Frauen sind, die zum wirtschaftlichen und sozialen Wohlergehen des Kontinents, aber auch ihrer Familien beitragen: Was machen eigentlich die Frauen von Keetmanshoop? Gehen sie einer geregelten Arbeit nach? In welchen Berufsfeldern sind sie taetig? Und wie lassen sich Kinder und Berufstaetigkeit unter einen Hut bringen? Um bei meinen kleinen Recherchen fuendig zu werden, bediente ich mich meiner treuesten Informantinnen, den Frauen im Kindergarten.</p>
<p><span id="more-57"></span></p>
<p>Irmgard ist 34 Jahre alt und seit zwei Jahren im Aviat-Kindergarten beschaeftigt, gehoert also zu den Frauen mit geregeltem Einkommen. Dies sieht man ihr auch an. Sie legt grossen Wert auf die Pflege von Haaren, Gesicht und Haenden, ein gepflegtes Aeusseres ist ihr wichtig.</p>
<p>Bevor sie die Stellung im Kindergarten annahm, arbeitete sie sechs Jahre lang bei einer NGO (=Non Governmental Organisation; Nicht-Regierungs-Organisation), die sich den Kampf gegen AIDS auf die Fahnen geschrieben hatte. Waehrend dieser Zeit nahm sie an Workshops, Seminaren und internationalen Treffen teil, die sie im suedlichen Afrika herumkommen liessen und sie u. a. nach Sambia und Suedafrika fuehrten. Als die Organisation mangels finanzieller Unterstuetzung aufgeben musste, nahm Irmgard zuerst einige Monate lang einen Job in der pfarreieigenen Bibliothek an, worueber sie letztendlich an die Stellung im Kindergarten kam. Jetzt passt sie jeden Morgen auf die Kleinen der Gansie-Gruppe auf. Ausserdem hat sie einen 15-jaehrigen Sohn.</p>
<p>Ihre Kollegin Silvia, 29, hat ihren 14 Monate alten Sohn Theophilus, kurz Sheepy (Schaefchen) genannt, zu ihrer Schwester auf die Farm gebracht, auf der diese mit ihren Eltern lebt. Im Gegenzug muss sich Silvia um Godfrey, 4, den Sohn der Schwester, kuemmern, der das richtige Alter hat, um in der Schmetterlingsgruppe sein zu duerfen. Regelmaessig schickt Silvia also einen Teil ihres Gehaltes zur Unterstuetzung ihrer Familie auf die Farm, denn wer hat, der muss geben.</p>
<p>Das Konzept der gegenseitigen Hilfe unter den Nama muss sich wohl bewaehrt haben. Oftmals wachsen Kinder nicht bei ihrer Mutter oder ihren Eltern, sondern bei den Grosseltern oder sonstigen Verwandten auf. Viele verbringen einen grossen Teil ihrer Zeit auch in Internaten und sehen ihre oft weit entfernt lebenden Familien nur waehrend der Ferienzeiten.</p>
<p>Auf Nachfragen nach weiteren Berufen entgegnete mir Irmgard, dass relativ viele Frauen als Lehrerinnen in Vor- und Grundschulen, sowie in weiterfuehrenden Schulen arbeiteten. Andere seien in Verwaltung, staedtischen Aemtern, Sicherheitsdiensten, Supermaerkten und anderen Geschaeften und Privatbetrieben beschaeftigt, womit sie ein relativ sicheres, geregeltes Einkommen haben.</p>
<p>In vielen Privathaushalten sind domestic workers Kindermaedchen, Koechinnen, Putzfrauen, meist alles in einer Person- angestellt. Eine von ihnen ist Margreth, 43 Jahre alt, von allen nur Cooky genannt. Sie kocht, putzt und waescht im pastoralen Zentrum, in dem ich wohne. Ihr Arbeitstag beginnt um sieben Uhr morgens und endet meist gegen 13.30 Uhr. Ein klassischer Halbtagsjob also. Fuer ihre Dienste bekommt Cooky monatlich umgerechnet etwa 120 Euro, mit denen sie auch fuer ihre beiden Kinder, 19 und 22, sorgen muss.</p>
<p>Und wie sieht es mit dem Gender-Aspekt aus, den Beziehungen zwischen Frauen und Maennern in einer Gesellschaft?</p>
<p>Irmgard ist nicht verheiratet, wollte den Vater ihres Kindes auch nicht ehelichen und hat sich bewusst dazu entschieden, ihre Sohn alleine grosszuziehen. Als ich sie nach dem Grund fragte, antwortete sie mir: Warum soll ich mich mein ganzes Leben lang an einen Mann binden, den ich nicht liebe, nur weil er der Vater meines Kindes ist? Sie wollte alleine entscheiden, wenn es um die Belange ihres Sohnes ginge und sich von keinem in ihre Angelegenheiten hineinreden lassen. Naechstes Jahr moechte sie sich aber auf die Suche nach einem geeigneten Lebenspartner begeben.</p>
<p>Bei Silvia verhielt es sich nur wenig anders. &#8220;Niemals wuerde ich Sheepys Vater heiraten!&#8221;, entgegnete sie mir auf meine Frage. Das war relativ deutlich. Mir scheint, sie ist froh, wenn sie ihn nicht sehen muss. Per Gesetz ist er allerdings dazu verpflichtet, den Unterhalt fuer seinen Sohn zu zahlen, was er auch tut. Mein Gefuehl dabei war, dass er nur wenig Wert darauf legt, Kontakt zu seinem Kind zu halten.</p>
<p>Auch Cooky ist meines Wissens unverheiratet und ohne Mann im Haus, kommt damit aber gut zurecht.</p>
<p>Ein grosses Problem stellen in diesem Zusammenhang die vielen jungen Muetter dar. Maedchen, die mit sechzehn oder siebzehn Jahren ihre erstes Kind bekommen, haben damit weder einen Schulabschluss noch eine Berufsausbildung und koennen auch nur selten mit der Unterstuetzung ihres Freundes rechnen. Manchmal wissen sie selbst nicht mehr, wer der Schuldige war. Dann bleibt nur noch, das Kind den Eltern zu geben oder es mit ihrer Hilfe aufzuziehen. Vom Staat gibt es zumindest ein Kindergeld.</p>
<p>Ich habe auch solche Maedchen getroffen: Marcia, 22, und Franciska, 20. Beide sind alleinerziehende Muetter, was in diesem Fall soviel heisst wie, dass die Kinder die meiste Zeit bei den Grosseltern abgestellt werden. Aber nicht etwa, wie vielleicht zu erwarten waere, um den versaeumten Schulabschluss nachzuholen. Wann immer ich die beiden getroffen habe, waren sie bis auf ein einziges Mal ohne ihre Kinder unterwegs. Es scheint mir, die beiden haben den Absprung verpasst. Sie verhalten sich so, als kaemen sie schon irgendwie durchs Leben, wenn auch mehr schlecht als recht. Lieber geniesen sie die Zeit ohne ihre Kinder. Alles klingt ein wenig nach &#8220;Was kummert mich das Morgen? Ich lebe im Heute!&#8221;.</p>
<p>Ich finde so etwas schade und auch unfair der arbeitenden Bevoelkerung gegenueber. Schoen ist es aber zu sehen, dass vielen Menschen etwas an ihrer eigenen Zukunft, sowie auch der ihres Landes liegt.</p>
<p>So, alle Eidechsen haben sich in ihre Schlupfwinkel zurueckgezogen, die Sonne geht langsam unter und mir wird es kalt hier vor den Gemuesebeeten. Deshalb nur kurz bye, bye und bis bald.</p>
<p>Viele Gruesse von Carolin</p>
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