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	<title>Namibia-Blog &#187; nama</title>
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	<description>Neuigkeiten aus Namibia</description>
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		<title>The Namibian (7) &#8212; Erinnerungen aus Namibia</title>
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		<pubDate>Wed, 06 May 2009 15:14:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>carolin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Halloli aus Namibia! Der Mai ist gekommen, die Koecherbaeume stehen in Bluete und man merkt den namibischen Winter auf dem Hochplateau, auf dem auch Keetmanshoop in 1002 M. ue. M. liegt, jetzt doch recht deutlich: die Naechte und auch die Morgen sind empfindlich kalt und man tut gut daran, sich dick einzumummeln, solange die Sonne [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Halloli aus Namibia!</p>
<p>Der Mai ist gekommen, die Koecherbaeume stehen in Bluete und man merkt den namibischen Winter auf dem Hochplateau, auf dem auch Keetmanshoop in 1002 M. ue. M. liegt, jetzt doch recht deutlich: die Naechte und auch die Morgen sind empfindlich kalt und man tut gut daran, sich dick einzumummeln, solange die Sonne noch nicht ihre volle Kraft entfaltet hat. Trotzdem schlafen hier alle mit geoeffneten Fenstern und laufen in offenen Sandalen und Badelatschen herum, weil man das halt immer so macht. Darueber tragen sie jetzt jedoch wattierte Winterjacken.</p>
<p><span id="more-63"></span></p>
<p>Auch bei mir haben sich gewisse Dinge nun veraendert: nachdem ich schon zweimal fast auf der Kuehlerhaube eines Autos gelandet waere, weil ich Macht der Gewohnheit nur nach links schauend die Strasse ueberquerte, gebe ich nun besonders auf den hier herrschenden Linksverkehr acht und pruefe nach, ob sich mir nicht von rechts ein Auto naehert, bevor ich einen Fuss auf die Fahrbahn setze.</p>
<p>Auf meinen kurzen Spaziergaengen zum SPAR-Markt beobachte ich gerne das bunte Treiben auf der Hauptstrasse. Besonders eine Sache faellt mir immer wieder auf: der Unterschied zwischen den Nama-Frauen und Maennern. Waehrend die Maenner, zart mit Wespentaille und wenig muskuloes, wirken, als koennten sie keiner Fliege etwas zu Leide tun, schieben die Frauen ihre ueberaus runden Formen durch die Landschaft. Das Nama-Schoenheitsideal eines runden, weiblichen Pos, das bei ihnen besonders ausgepraegt ist, diente in Zeiten, in denen sie gemaess ihrer Tradition mit ihren Kleinviehherden umherzogen, als Fettspeicher fuer schlechte Zeiten. Heute kennt man schlechte Zeiten jedoch nicht mehr und der uebermaessige Fett- und Zuckerkonsum der Leute fuehrt zu Rubensfiguren, die auch gesundheitliche Risiken bergen.</p>
<p>Am Donnerstag, dem 7. April 2005, brachten Pater Rebmann und ich ein Bild und eine Marienstatue in die gerade erst fertig gebaute katholische Kirche der 300 km entfernten Nachbargemeinde Maltahoehe. Dort hatte ich einmal mehr die Ueberbleibsel der deutschen Kolonialzeit direkt vor Augen. Laut meinem Reisefuehrer herrsche dort auch heute noch “Rassismus pur”. Dies konnte ich nicht vollstaendig bestaetigen, was daran lag, dass ich die einzigen Weissen im einzigen Hotel des Ortes antraf, wo sie natuerlich schwarze Bedienstete beschaeftigten. Nein, herzlich war das Verhaeltnis zwischen den beiden Parteien nicht.</p>
<p>Einige Eindruecke aus meinem Tagebuch:</p>
<blockquote><p>Donnerstag, 7. April 2005</p>
<p>” Heute war ein schoener Tag. Aber anstrengend. Ich bin mit Pater Rebmann nach Maltahoehe gefahren. Die Landschaft dahin war schoen. Abwechslungsreich. Mal rote Erde mit nur wenigen Grasbuescheln oder etwas Dornengestruepp, dann einige Kilometer weiter mehr Busch und fruchtbareres Land, aber trotzdem suedlich karg.</p>
<p>In Maltahoehe haben wir im Hotel Maltahoehe zu Mittag gegessen. Sind mit Guten Tag begruesst worden. Aha, eine Deutsch-Namibierin also. Das Gebaeude im Kolonialstil, mit Jagdtrophaeen von Kudu, Springbock und Elandantilope an der Wand, Bildern von frueheren Zeiten und die Frau mit dem typisch norddeutschen, harten Dialekt. Wie ein Wirtshaus. Wer verirrt sich dorthin? Pater Rebmann meint, Maltahoehe sei ein Durchgangsort. Ja, ok, in Richtung Sossusvlei vielleicht. “</p></blockquote>
<p>Das Sossusvlei ist eine von grossen Duenen umgebene, fruchtbare Pfanne mitten in der Namib. In den seltenen regenreichen Jahren fuellt sie sich mit (wenig) Wasser und es entsteht eine Oase mitten in der Wueste, zu der es auch einige Tiere hinzieht. Diese ganzjaehrige Touristenattraktion sowie die in der Naehe gelegene Burg Duwisib die von dem Deutschen Hansheinrich von Wolf und seiner US-amerikanischen Frau Jayta im Jahre 1909 erbaut worden war sorgen dafuer, dass Maltahoehe auch ab und zu Besuch von aussen bekommt. Es liegt weit abseits der Hauptroute Namibias.</p>
<p>Den ganzen Mai ueber sind Schulferien. Auch der Kindergarten hat geschlossen. Und wenn ich nicht gerade mit Pater Rebmann zu anderen Gemeinden, Krankenbesuchen und Seniorenheimen unterwegs bin, lese ich, waehrend im Hintergrund meist das deutsche Hoerfunkprogramm der NBC (Namibian Broadcasting Corporation) laeuft. Und das ist ein echtes Phaenomen. Sendezeit ist von 6.00 bis 21.00 Uhr, danach ist fuer das deutsche Programm Sendeschluss und das nationale der NBC beginnt.</p>
<p>Ich werde morgens also von Roland Kaiser, Michelle und anderen Schlagergroessen geweckt. Manchmal spielen sie dann auch etwas NDW-Musik von Nena oder Peter Schilling. Das Vormittagsprogramm bekomme ich meistens nicht mit, da ich entweder unterwegs bin oder lernen muss, weiss aber, dass sich in dieser Zeit klassische Orchestermusik mit Vierziger Jahre-Chansons und Opern abwechselt. Durchaus interessant, wenn man es nicht die ganze Woche ueber, sondern nur ab und zu einmal hoert. Ich habe immer noch die Moeglichkeit zu einem englischen Sender zu wechseln, der mich mit internationaler (Rock-)Musik versorgt.</p>
<p>Der taegliche Hoehepunkt, meine heilige halbe Stunde, die ich mir von niemandem nehmen lasse, ist mit dem Kinderprogramm um 14 Uhr erreicht. &#8220;Hallo Kinder, hier ist wieder die Ulli&#8221; toent es dann aus dem Radio, und Ulli liest Michels neue Streiche aus dem Michel aus Loenneberga von Astrid Lindgren vor. Oder wir Kinder hoeren das Sams als Hoerspiel oder sonstige nette Erzaehlungen und auch Grimms Maerchen. Unterbrochen werden sie von Kinderliedern aus der Sendung mit der Maus, Rolf Zuckowski oder aus Disneyfilmen (Probiers mal mit Gemuetlichkeit). Zugegeben, es gibt faehigere Moderatorinnen als die Ulli, aber sie scheint eine nette Frau zu sein und fuer die Kinder ist sie in Ordnung.</p>
<p>Die naechste halbe Stunde richtet sich an etwas aeltere Kinder und Jugendliche. Jeden Tag steht sie unter einem neuen Motto und man erfaehrt Wissenswertes ueber Tiere, Persoenlichkeiten oder die Geschichte. Weil es eine deutsche Sendung ist, wird hier auch echt deutsches Liedgut gespielt: der Steuersong unseres Kanzlers etwa, Hier kommt die Maus von Stefan Raab, die DSDSS-Allstars mit We Have a Dream und ueberraschend oft der Xavier aus Mannheim.</p>
<p>Die internationale Musik kommt aber, Gott seis gedankt, auch nicht zu kurz. Und so geniesse ich mit Beyonce und Jennifer Lopez die Sonne, denn um diese Zeit setze ich mich immer nach draussen, stelle den Radio auf entsprechende Lautstaerke (Miss Cathline wuerde das trotzdem nicht einmal dann hoeren, wenn sie direkt daneben stuende, was sie aber nicht tut, denn um diese Zeit ist sie im Buero) und lehne mich an die Sonnenwand, um wenigstens noch ein paar Strahlen von Waerme abzubekommen.</p>
<p>Ja, das ist so in etwa ein Tag mit meinem Radiosender. Zugegeben, ueber die Moderation, die Zusammenstellung der Musik und die Beitraege laesst sich streiten. Vieles wirkt ein wenig stuemperhaft, fast wie Amateurradio. Wahrscheinlich waere ich zu Hause in Deutschland keine Hoererin des Deutschen Hoerfunkprogramms der NBC. Hier in Namibia, wo vieles neu und ungewohnt ist und ich oft alleine bin, bringt es mir jedoch ein Stueck Vertrautheit, und das hat mir besonders in den ersten Wochen ungemein geholfen. Ausserdem werden jeden Samstag die Spiele der Bundesliga live uebertragen und Sabine Toepperwin (eine deutsche Fussballmoderatorin, wer kennt sie nicht) erzaehlt mir mal wieder etwas vom Freiburger Abstiegsritual.</p>
<p>Vor meinem Zimmer, zwischen der Sonnenwand und den Gemuesebeeten, wo ich mich jeden Nachmittag hinluemmle und Waerme tanke, leben viele schwarze, neugierige Kaefer. Das Erlebnis mit einem von ihnen habe ich in meinem Tagebuch festgehalten:</p>
<blockquote><p>Mittwoch, 13. April 2005</p>
<p>&#8220;Hi, wie suess! Vorhin als ich in der Sonne gesessen bin und meine Fuesse ausgestreckt hab, ist einer von den schwarzen, grossen Kaefern zu meinem grossen Zeh hingekrabbelt und hat versucht, darauf zu klettern. Dann hat er versucht, mich zu essen. Mit seinen beiden Zangen. Das war vorne am grossen Zeh noch ganz angenehm, nur als er dann weiter nach oben gekrabbelt ist und mich dort gezwickt hat, hat es wehgetan. Da hab ich ihn dann runtergeschmissen.&#8221;</p></blockquote>
<p>So, fuer heute soll es das gewesen sein. Es ist kurz vor 17 Uhr, im Radio laeuft Wolfgang Petry, ich wechsle jetzt den Sender.</p>
<p>Ciao und viele Gruesse.</p>
<p>Carolin</p>
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		<title>The Namibian (3) &#8212; Erinnerungen aus Namibia</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Mar 2009 17:16:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>carolin</dc:creator>
				<category><![CDATA[praktikum]]></category>
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		<description><![CDATA[Vom 31. März 2005: Hallo ihr da. Die Osterfeiertage sind nun endlich vorbei, ich bin seit fast zwei Wochen hier in Keetmanshoop und es ist viel passiert… Gruendonnerstag bis Ostermontag waren gespickt mit jedweder Art von Gottesdienst. Taeglich hatte man mindestens ein Mal die Gelegenheit, den Heiligen Geist zu empfangen, entweder in der hiesigen St. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vom 31. März 2005:</p>
<p>Hallo ihr da.</p>
<p>Die Osterfeiertage sind nun endlich vorbei, ich bin seit fast zwei Wochen hier in Keetmanshoop und es ist viel passiert…</p>
<p><span id="more-30"></span></p>
<div class="serendipity_entry_extended">
<p>Gruendonnerstag bis Ostermontag waren gespickt mit jedweder Art von Gottesdienst. Taeglich hatte man mindestens ein Mal die Gelegenheit, den Heiligen Geist zu empfangen, entweder in der hiesigen St. Stanislaus-Kirche oder der zwei Kilometer entfernten OLPH-Gemeinde (<span class="caps">OLPH</span> = Our Lady of the Perpetual Help). Nachdem ich am ersten Sonntag nach meiner Ankunft und am Gruendonnerstag noch der Heiligen Messe beigewohnt hatte, glaenzte ich in den folgenden Tagen durch Abwesenheit.</p>
<p>Die Gottesdienste ziehen sich Dank der besonders motivierten Helferinnen, die ein Lied nach dem anderen anstimmen, gerne in die Laenge. Im Gegensatz zum deutschen Pendant sind die namibischen Messen durchaus gut zu ueberstehen, selbst wenn man keine Kirchgaengerin ist. Die Leute singen voller Enthusiasmus und lassen ihren Glauben zum Himmel klingen.</p>
<p>Und trotzdem widmete ich mich am Karfreitag und Samstag lieber den achtzehn Ostereiern, die ich bemalen und dem Marmorkuchen (ja, Mama, es war doch gut, dass ich zu Hause immer nur den einen gemacht hab), den ich backen sollte. Beides zog sich enorm in die Laenge. Die winzigen Eier brauchten fast eine halbe Stunde bis sie hart waren, den Kuchen hatte ich insgesamt fast drei Stunden im Backofen. Irgendwas hat da wohl nicht gepasst..</p>
<p>Waehrend der Osterwoche hatte ich ausser oben Genanntem nichts Konkretes zu tun, also war mir langweilig und ich bekam boeses Heimweh. Ich hatte alle Zeit der Welt und versuchte, diese mit ein bisschen Nama-Literatur totzuschlagen. Inzwischen weiss ich gut Bescheid ueber die Geschichte Namibias, die Kulturen etc. Kein Wunder, so war das suedliche Afrika und speziell Namibia ja schon seit langem mein Steckenpferd und daher auch mein Pruefungsthema an der Uni. Trotzdem werde ich von Pater Rebmann mit immer neuem Material versorgt, der Lese- und Lernstoff geht mir also sicher nicht aus.</p>
<p>Den bisher schoensten Tag hatte ich am Ostersonntag. Zeitig, gleich nach dem Fruehstueck, brachen Pater Rebmann und ich zu einer kleinen Siedlung namens Khoixas auf, die ca. 80 km oestlich von Keetmanshoop liegt. Dort sollte ein grosser Ostergottesdienst gefeiert werden. Und noch ein Ereignis stand an: das Fest zur Wahl des Diakons von Khoixas zum Minister fuer Umwelt und Tourismus!<br />
Auf der Rueckbank unseres Toyota sassen zwei Maedchen Anfang zwanzig, die an diesem besonderen Tag ihre Verwandten besuchen wollten. Die Sandpad wand sich durch die suedliche Dorn- und Buschsavanne hindurch, vorbei an der Farm Gariganus, eine der wohl beruehmtesten Touristenattraktionen in der Region. Denn auf genau dieser Farm steht der einzigartige Koecherbaumwald!</p>
<p>Koecherbaeume wachsen nur in Namibia, koennen bis zu acht Meter hoch werden und haben ihren Namen von der frueheren Gepfolgenheit der San, deren ausgehoehlte Aeste als Koecher fuer ihre Pfeile zu benutzen. Sie wachsen auf steinigem Untergrund, der auf der Farm massenhaft vorhanden ist.</p>
<p>Nur wenige hundert Meter weiter findet man den Giants&#8217; Playground, den Spielplatz der Riesen, ein Stein- und Geroellgebiet, das aussieht, als haetten Riesen darauf mit Steinen und Felsen ihre Tuermchen gebaut. Eine weitere Attraktion der Farm sind drei gezaehmte Geparden, bei deren Fuetterung am spaeten Nachmittag man live dabei sein kann. Angeblich ist es sogar moeglich, sie in ihrem Gehege im Beisein des Waerters zu streicheln.</p>
<p>Es war ein schoener Zufall, dass ein Gepard direkt an der Strasse hinter dem Zaum lag und sich sonnte. Wer mich kennt, kann sich meine Begeisterung fuer diese grosse Katze sicher vorstellen.. Ich naeherte mich ihr vorsichtig, bis ich direkt am Zaun kniete. Der Gepard war groesser als ich ihn mir vorgestellt hatte. Er fauchte mich an und stand dann langsam auf. Waehrend er davon lief, zueckte ich meine Kamera. Ich hatte schon Angst, dass mir mein Fotomodell durch die Lappen gehen wuerde, da ich alles von Hand einstellen muss, damit hinterher auch die Belichtung stimmt.<br />
In Situationen wie dieser wuensche ich mir oft eine vollautomatische Spiegelreflex. Waehrend ich an meinem alten Kasten herumnestelte, blieb der Gepard ploetzlich stehen und ich konnte mein Foto schiessen. Was fuer eine Begegnung! Ich kann es kaum erwarten, bei einer der Fuetterungen dabei sein zu duerfen.</p>
<p>In Khoixas angekommen zeigten mir unsere beiden Mitfahrerinnen die Siedlung und fuehrten mich ueberall herum. Was fuer ein netter Menschenschlag, den ich hier antraf. Es war etwas Besonderes fuer sie, eine Besucherin aus Europa dort zu haben, das gibt es nur ganz selten. Darueber aufgeklaert wer ich war, wurden sie aber erst in der Heiligen Messe, die nach eineinhalbstuendiger Verspaetung &#8212; Pater Rebmann musste vorher noch einigen Leuten die Beichte abnehmen &#8212; endlich beginnen konnte.</p>
<p>Die Leute von Khoixas gehoeren nicht der ethnischen Gruppe der Nama an, sondern sind groesstenteils Herero- und Ovambostaemmig, sprechen aber fast durchgehend Namataal, die Sprache der Nama. Sie unterscheiden sich schon rein koerperlich von den eher kleinen, rundlichen Nama mit den Mandelaugen und der mittel- bis rotbraunen Haut. Erstere gehoeren zu den Bantuvoelkern, haben also eine dunkel- bis schwarzbraune Hautfarbe und einen hoeheren Wuchs, sowie ausgepraegtere Gesichtszuege.</p>
<p>An dem Beispiel Khoixas sieht man, dass sich ethnische Gruppen nicht einfach ohne weiteres definieren lassen: Die Grossmutter eine Ovambofrau, die Eltern Herero und Nama, die Sprachen Afrikaans und Nama. Aber wer will schon definieren? Feiern wollten wir! Und zwar die Ostermesse.</p>
<p>In die kleine Kirche stroemten alle hinein. Die wenigen Bewohner von Khoixas und dem Umland und natuerlich die Kinder des benachbarten Internats, insgesamt an die 250 Personen. Muetter, manchmal auch Vaeter mit ihrem Nachwuchs, Teenager und Greise fuellten die reihen. Kleinkinder wurden auf dem Boden zum Schlafe abgelegt und als wir endlich mit dem Gottesdienst begannen, war der Sound gigantisch: Ohne zuvor Proben und Generalprobe abgehalten zu haben, pries die Gemeinde die Auferstehung Jesu und sang mit einer Hingabe und einer Stimmgewalt, mehrstimmig, wie ein gestandener Gospelchor. Mir fehlen jetzt noch die Worte dafuer, es war einfach ueberwaeltigend. Wie mickrig sehen in Relation dazu daneben die Ergebnisse monatelanger Proben deutscher Gospelchoere aus…</p>
<p>Nach eineinhalb Stunden war die Messe vorbei. Was blieb war ein gutes Gefuehl. Mit einigen Personen unterhielt ich mich naeher, bekam andere vorgestellt und wurde immer wieder willkommen geheissen. Pater Rebmann und ich bekamen in einem seperaten Raum das Essen serviert, was mir auf der einen Seite unangenehm war, fuehlte ich mich doch sowieso schon fremd und waere gerne Teil der Gemeinschaft gewesen. Andererseits aber hatte ich so die Gelegenheit, ueber das Erlebte mit Pater Rebmann zu sprechen, worueber ich letztendlich doch recht froh war.<br />
Dann kam noch der frischgebackene namibische Umweltminister zur Tuer herein und schuettelte uns die Hand und ich war mir sicher, einem Politiker diesen Ranges nie mehr so nahe zu kommen.</p>
<p>Den Kontakt zu den beiden Maedchen versuche ich aufrechtzuerhalten. Vielleicht ergibt sich ja die Moeglichkeit, mal fuer einige Tage in Khoixas zu campieren und zu helfen.</p>
<p>Soviel fuer heute. Jetzt bin ich muede und moechte schlafen. (&#8230;)</p>
<p>Bis denn, viele Gruesse nach Deutschland.</p>
<p>Carolin</p></div>
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		<title>The Namibian (1) &#8212; Erinnerungen aus Namibia</title>
		<link>http://www.namibiablog.org/2009/03/25/the-namibian-1-erinnerungen-aus-namibia/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Mar 2009 18:28:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>carolin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auf den Tag genau vier Jahre ist es her, dass ich meinen ersten Bericht verfasst habe. Im März 2005 begab ich mich auf mein erstes Namibia-Abenteuer. Es hatte viel zu lange gedauert, bis ich diesen meinen Traum endlich verwirklichen konnte. Wer wissen möchte, was ich letztendlich dort alles gemacht und erfahren habe, muss sich ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf den Tag genau vier Jahre ist es her, dass ich meinen ersten Bericht verfasst habe. Im März 2005 begab ich mich auf mein erstes Namibia-Abenteuer. Es hatte viel zu lange gedauert, bis ich diesen meinen Traum endlich verwirklichen konnte.</p>
<p>Wer wissen möchte, was ich letztendlich dort alles gemacht und erfahren habe, muss sich ein wenig gedulden und immer brav die Namibia-News lesen.<span id="more-11"></span><span id="__caret">_</span></p>
<p>&#8230;.. &#8230;.. &#8230;..</p>
<p><strong>Hallo aus dem fernen Suedwest…</strong></p>
<p>Ab heute gibt es wieder in den schoensten, unregelmaessigsten Abstaenden meine (Reise-) Erlebnisse. Da mich hin und wieder das Fernweh und die Neugierde auf fremde Kulturen packt, habe ich dieses mal versucht, endlich meinen Traum von Namibia wahrzumachen. Scheinbar hat es geklappt. Ich sitze im sommerlich warmen Keetmanshoop, einer Provinzstadt im Sueden des Landes und erfahre mal wieder Fremdes, Gewohntes, aber auch Eigenartiges, an dem ich euch gerne teilhaben lasse.</p>
<p>Am Mittwochmorgen, 16. Maerz, landete ich mit einer ganzen Menge anderer Deutscher auf dem Internationalen Flughafen, 45 km oestlich von Windhuk. Fuer die dort vorherrschenden Klimaverhaeltnisse war ich eindeutig zu warm gekleidet: Camel Boots, lange Jeanshose, T- und Sweatshirt. Aber das sollte nicht mein Hauptproblem sein. Dieses naemlich wartete im Inneren des Flughafengebaeudes in Form eines weiblichen Immigration Officer auf mich.</p>
<p>Der resoluten Dame gefiel mein Ansinnen, 90 Tage im Land zu bleiben, nicht. Dass ich keine Adresse, beispielsweise eines Hotels, angeben konnte, trug merklich zur Verschaerfung der Situation bei. Ich erklaerte ihr, dass ich nur herumreisen wolle, meine erste Anlaufstation Keetmanshoop sei, ich aber die konkrete Adresse nicht haette, da ich am Bahnhof abgeholt werde. Sie erwiderte mir, dass sie mich ohne Adresse nicht einreisen liesse, ich nun beiseite treten und mir innerhalb von fuenf Minuten einfallen lassen solle, wohin ich nach meinem &#8220;kurzen&#8221; Aufenthalt in Keetmanshoop reisen wolle.</p>
<p>Die Situation war traumatisch fuer mich. War der Traum nun schon von Anfang an geplatzt? Kurzum: nach vielen Beteuerungen meinerseits, dass ich wirklich nur Touristin sei und jemanden besuchen moechte, knallte sie mir letztendlich den erloesenden Stempel in den Pass und ich war drin. Die namibischen Behoerden versuchen zu verhindern, dass Praktikanten und Freiwillige, sogenannte Volunteer Workers, ohne Arbeitsvisum ins Land kommen. Dieses Mal traf der AOLsche Werbeslogan so gar nicht zu, denn es war ueberhaupt nicht einfach.</p>
<p>Die Strecke nach Windhuk hinein ueberbrueckt man normalerweise mit einem Shuttle-Bus, wofuer man den stolzen Preis von umgerechnet 15 Euro loehnen muss. Das geht sicher auch guenstiger, dachte ich mir und sprach die inzwischen letzten auf dem Flughafen verweilenden Deutschen an. Ich hatte Glueck: die neunkoepfige Gruppe, allesamt End-Zwanziger, nahm mich in einem ihrer beiden Mietwagen mit nach Windhuk-Mitte. Eigentlich waere ich schon froh gewesen, wenn sie mich nur am Bahnhof abgesetzt haetten. Da wir uns aber so gut verstanden, verbrachte ich den ganzen Tag mit ihnen. Mein Zug in Richtung Keetmanshoop fuhr erst am Abend los und so versorgten wir uns zuerst mit Essbarem und suchten danach einen netten, gruenen Park etwas oberhalb des Zentrums auf.</p>
<p>Ich weiss nicht mehr, warum wir ausgerechnet diesen Fleck ansteuerten, aber es war wahrscheinlich eher kein Zufall, dass er genau zwischen Christuskirche, Reiterdenkmal und den Regierungsgebaeuden lag. Das Reiterdenkmal ist ein Relikt aus der Zeit von Deutsch-Suedwest und war ein Geschenk an den Kaiser im Jahre 1912. Ebenso die evangelische Christuskirche, die 1910 in einem Mix aus Jugendstil, Neoromantik und Gothik erbaut wurde und als ein Wahrzeichen des &#8220;weissen&#8221; Windhuk gilt. So imposant sie in den Reisefuehrern immer dargestellt wird, ist sie in Wirklichkeit recht klein. Ich finde, dass sie wie eine Spielzeugkirche aussieht.<br />
In eben jenem Park lag ich also im Schatten einer dicken Palme, um mich herum meine neuen Bekannten und ein paar ueberhaupt nicht neugierige Eidechsen, von denen sich eine bis auf den ins Gesicht gezogenen Hut meines Nachbarn vorwagte. Es war wohl gegen 13 Uhr und wir taten es damit der einheimischen schwarzen Bevoelkerung gleich. Wir stiegen auf den allmittaeglichen Energiesparmodus um.</p>
<p>Im Zug lernte ich Dorothea kennen. Sie ist gebuertige Namibierin, ihre Eltern aber wanderten 1900 von Deutschland nach Suedwestafrika aus. In ihrer Sprache kommt noch die alte, &#8220;weisse&#8221; Ideologie zum Vorschein, die man bei uns Rassismus nennen wuerde. Trotzdem ist es sehr interessant, der alten Dame zuzuhoeren. Ein echtes namibisches Urgestein. Die kurze Schilderung ihres Lebens, die sie mir gibt, spiegeln dieses genauso wieder, wie auch ihr Gesicht, das braungebrannt und von vielen Falten durchzogen ist. Jetzt wohnt Dorothea auf einer Farm suedlich von Keetmanshoop, ihre Kinder in Luederitz. Und wenn ich ihr meine Nummer gaebe, wuerde sie vielleicht einen Besuch bei ihnen arrangieren koennen.</p>
<p>Am Bahnhof in Keetmanshoop empfing uns Pater Rebmann, der auch sofort feststellte, dass sie die Tochter des im Sueden sehr bekannten Farmers Cassi Schroeder ist und er sich freue, sie kennenzulernen. Und dann folgten fuenf Minuten Austausch alter Geschichten.</p>
<p>Zur Zeit wohne ich also hier im pastoralen Zentrum, dem Bischoffssitz. Um eine Parkanlage mit Bougainvilleen und anderen gruenen und bluehenden Baeumen herum stehen einige Bauten, darunter das Wohn- und Arbeitsgebaeude Pater Rebmanns, die katholische Kirche, ein Komplex Gaestezimmer und die Wohnraeume der Pfarrgemeinde, wo auch ich mein Zimmer habe. Pater Rebmann ist derjenige, der sozusagen fuer mich verantwortlich ist. Ansonsten sorgt eine Koechin mit Spitznamen Cookie fuer unser leibliches Wohl. Sie putzt auch und kuemmert sich um die Waesche. Urspruenglich kommt sie aus Aus, suedlich von hier.</p>
<p>Der namibische Sommer dauert von Mitte Dezember bis Mitte Maerz. In dieser Zeit regnet es meist ab dem spaeten Nachmittag immer wieder ein bisschen. Dem total ausgedoerrten Boden im Sueden des Landes tut dies nur gut. Die Leute sehnen den Regen richtig herbei. Umso mehr wundert es mich, wie sich die Gemeinde einen Luxus wie den eines Staedtischen Schwimmbades leisten kann. Birgit, eine Deutsche aus dem Allgaeu, die hier fuer <span class="caps">MISEREOR</span> arbeitet, meinte gestern, dass es ein Verlustgeschaeft waere. Die Instandhaltung eines 50 × 25 Meter-Beckens wuerde niemals durch die laecherlichen Eintrittspreise gedeckt.</p>
<p>Tagebucheintrag von Freitag, 18. 3. 2005:</p>
<blockquote><p>Wenn man hier etwas lernt, dann ist das Geduld. Ich wuerde so viele Dinge hier lieber heute als morgen sehen und erleben. Aber ich muss abwarten. Vieles kommt noch und wenn die Zeit dann da ist, wird mich Pater Rebmann (hoffentlich!) dort mithin nehmen.<br />
So wie heute in den Kindergarten.<br />
Schwester Josepha Aloisia hat mich dort herumgefuehrt. Normalerweise haetten sie ca. 130 Kinder, da die naechste Woche aber holidays sind &#8212; wegen des Unabhaengigkeitstages am 21. und wegen Ostern &#8212; sind es heute nur 80. Ich muss zugeben, dass ich bei deren Anblick fast dahingechmolzen bin. Die sind ja soo suess! Der ueberwiegende Teil ist wirklich bildhuebsch. Und was gerade ich so interessant finde, sind die verschiedenen Gesichter, aus denen man manchmal die unterschiedliche Herkunft herauslesen kann.</p></blockquote>
<blockquote><p>Drei oder vier von ihnen sprechen nur Englisch, das sind dann Kinder kenianischer, simbabwischer oder tanzanischer Eltern. Die anderen sprechen Afrikaans und manche davon auch Nama. Den Grossteil der Kinder haette man waehrend der Apartheid &#8212; der Zeit der Rassentrennung, die Gott sei Dank offiziell vorbei ist &#8212; als Coloureds = Farbige deklariert. Heute sind sie nicht mehr zu hundert Prozent den Nama oder sonstigen ethnischen Gruppen zuzuordnen. Manche sind erstaunlich hell, so hell, dass ich sie problemlos fuer Weisse gehalten haette.</p></blockquote>
<blockquote><p>Im Laufe des Morgens bekam ich meinen ersten Afrikaans-Unterricht von den Kindergartenkindern. Ich kann schon bis zehn zaehlen und einfache Saetze nachplappern. Da das Afrikaans dem Hollaendischen so aehnlich is, kann ich mir so manche Dinge einfach gut merken. Oft denke ich, dass das irgendein deutscher Dialekt sein koennte. Jetzt habe ich also eine Woche Zeit, mein Afrikaans zu vertiefen. &#8230;</p></blockquote>
<blockquote><p>Schokolade als Mitbringsel nach Namibia zu bringen, ist einfach ein Fehler. Bei 30 Grad im Schatten verlaeuft einfach alles. Und weil der Ort hier ca. Auf 1000 Metern ue. M. Liegt, scheint die Sonne intensiv. Draussen im Hof bluehen Bougainvilleen in Weiss und violettem Pink. Wenn die Kirche nicht nebendran stuende, kaeme mir der Bischoffssitz wie eine Ferienanlage vor. Eine kleine, gepflegte Parkanlage.</p></blockquote>
<blockquote><p>Kurz vor halb sieben Abends: bin wieder zurueck von meinem Spaziergang. Ich war heute zum ersten mal alleine draussen. Eigentlich wollte ich ins Internet-Cafe und in den Spar, um mir Mineralwasser zu kaufen. Das Leitungswasser schmeckt irgendwie nach Schwimmbad, nur ohne Chlor.</p></blockquote>
<blockquote><p>Fuenfzehn namibische Dollar pro halbe Stunde Internet ist schon unverschaemt teuer. Das ist ja mehr als in Deutschland. (Anmerk.: 1 namib. Dollar = 15 Euro-Cent) Bin also weitergelaufen zum Spar. Ich war zwar nicht die einzige Weisse, aber die Einzige, die so bleich war wie Elfenbein. Also sehe ich nicht aus wie eine Namibierin. Mist! Das klappt irgendwie nie mit dem Nichtauffallen. Aber es war nicht so wie in Peru, wo alle Maenner die totalen Supermachos sind. Nee, hier hab ich hoechstens ein paar &#8220;hello&#8221; gehoert, was Keetmanshoop schonmal symphatisch macht.</p></blockquote>
<p>Am Samstag fuhren wir zu der pfarrgemeindeeigenen, aber hoechst unrentablen Farm Tschaunaup. Auf 10.000 Hektar gibt es ausser bei den beiden Huetten der Hirten und der Missionsstation nur wenig Schatten. Trotz der Wolken hatten wir an die 30 Grad. Die Hirten, das sind einmal die Eltern und die Grossmutter eines kleinen Maedchens namens Gunna, das wir an diesem Tag mit zur Farm nahmen, und einmal ein alleinstehender Mann um die 40. Alle gehoeren sie zur ethnischen Gruppe der Nama. Als Schaf- und Ziegenhirten bekommen sie von der katholischen Kirche ein eher kleines Gehalt, um das sie viele Leute dennoch beneiden wuerden. Pfarrer Klaus, der hier als Administrator arbeitet, und Birgit gaben mir an diesem Tag einige Einblicke ueber die Nama. Es herrsche ein gewisses System von Geben und Nehmen, was leider oft ein wenig einseitig interpretiert werde. Einige Beispiele?</p>
<p>Die kleine Gunna lebt waehrend der Schulzeit bei Bekannten in Keetmanshoop. Wenn sich Pfarrer Klaus grosszuegig gibt oder sich die Familie in Not befindet, stellt er seine Hilfe in Form von Essbarem oder einer kleinen Finanzspritze zur Verfuegung. Er macht dies freiwillig.<br />
Den Zettel der Schule, den Gunna ihren Eltern mitbrachte, auf dem stand, dass die Schulgebuehren faellig werden, hielt ihr Vater daraufhin empoert Pfarrer Klaus entgegen: &#8220;Warum haben Sie die Schulgebuehren noch nicht bezahlt?&#8221;.<br />
An diesem Tag war seine Laune besonders schlecht. Da Tschaunaup ca. eineinhalb Fahrstunden von Keetmanshoop entfernt liegt, ist die Familie darauf angewiesen, dass man ihr einmal pro Woche Nahrung, sonstige Dinge des taeglichen Lebens, sowie Sonderwuensche frei Huette liefert. Dies wird aufgeschrieben und ihnen am Ende des Monats vom Gehalt abgezogen. Birgit hatte zwar den Tabakbeutel dabei, das Telefonbuch aber hatte sie vergessen. Dessen Blaetter waeren zum Drehen gewesen. Schlechte Laune war also vorprogrammiert.</p>
<p>Tabak ist der Schluessel zu allem. Wenn man etwas von den Menschen hier moechte, sollte man Tabak mitbringen. Zu alledem wollten wir auch noch drei Schafe geschlachtet bekommen. Osterlaemmer. Arbeit? Und das am hellichten Tage! Jetzt war die Laune des Hirten wirklich an ihrem Tiefpunkt.</p>
<p>Waehrend er das blutige Handwerk erledigte, machten wir uns auf den Weg zu der Missionsstation im Inneren der Farm. In den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts erbaut, vermachte sie der deutsche Farmer nach seinem Tod ca. 1944 der Katholischen Kirche. Zu Beginn wohnten Schwestern dort, die den Kindern der Hirten in der Missionsschule Unterricht gaben. Seit mehreren Jahrzehnten aber ist die Mission dort verlassen und wird in unregelmaessigen Abstaenden von der Pfarrgemeinde instand gehalten, verfaellt aber trotzdem mit der Zeit.<br />
In einem Sonnenofen liessen wir einen Rosinen-Hefekuchen backen. Danach gab es fuer die anderen Kudusteaks und fuer alle Spinat und Sojageschnetzeltes. Zufaellig fanden wir in einem der Raeume etwas Zeitungspapier, mit dem wir auf dem Rueckweg den Hirten begluecken konnten. Die inzwischen ausgenommenen Schafe wurden zerteilt, ein kleiner Teil davon dem Schaefer zu Ostern ueberlassen. Jetzt war der Tag fuer ihn gerettet.</p>
<p>So, viele Gruesse aus Keetmanshoop an alle von mir.</p>
<p>Carolin</p>
<p>PS: Und fuer alle, denen der Betreff nichts sagt: The Namibian ist eine namibische Zeitung.</p>
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